Ich lasse meine Eiskunstlauf-Schlittschuhe sonst immer im Laden thermo-formen bzw. thermo-anpassen. Aber diesmal habe ich das nicht geschafft. Ich war nur ganz kurz in Wien, habe dort innerhalb von 30 min bei dem tollen Laden ein paar RF3 mit MK Pro gekauft, und dann musste ich auch schon weiter. Fertig mit Schliff und allem, nur nicht thermo-angepasst.
Leider habe ich bei den letzten Fahrten jetzt aber wieder viele Schmerzen und wunde Stellen gehabt. Also dachte ich mir, ich versuche es mal zu Hause, denn bevor ich es irgendwo hin schaffe, um die backen zu lassen, vergehen wieder Wochen…
Thermo-Molding für Schlittschuhe
Zu Hause hat man nun aber keinen speziellen Backofen dafür, und ich habe von anderen Leuten auch schon gehört, dass sie bei dem Versuch ihre Schlittschuhe „leicht gebräunt“ hätten. Daran habe ich jetzt akut keinen Bedarf, und Backöfen sind mir suspekt (nachher riecht der Schuh dann für Monate nach Ofenkartoffel, nee danke!). Bzw. ja, mag sein, dass das gut geht, man kann die Schuhe auch etwas abdecken. Aber ich tendiere dazu, sowas dann noch zu vergessen und das Risiko die Stiefel zu ruinieren war mir dann doch zu groß. Aber ich kam glücklicherweise auf eine andere coole Idee!
Vor Jahren habe ich mal die Bedienungsanleitung von meinen Schuhen in der Hand gehabt und darin war die Rede von einem „Föhnbeutel“, den man separat erwerben könne. – Föhnen zum Anschmelzen? Ja, richtig gelsesen. Ich fand die Idee auch irgendwie komisch aber jetzt habe ich mich dann wieder daran erinnert… Bloß von dem ominösen Beutel war im Internet kaum mehr eine Spur. Nach längerer Recherche fand ich dann das untige Dokument, in dem vom „Custom My Risport“ Bag die Rede war:

Dieser spezielle Heat Molding Beutel scheint aktuell leider nicht mehr im Sortiment zu sein. Er war auch nicht ganz billig, wenn ich mich recht entsinne (also nicht günstiger als das im Laden machen zu lassen.) Aber was war überhaupt der USP von dem Teil? „Homogene Verteilung der Wärme“ steht da irgendwo… naja ok… Ob das hinhaut… und wenn man darauf überhaupt einen Einfluss hat, dann doch eh nur durch gute Isolation. Die kann man ja vielleicht auch anders erreichen… Die Hitze-Verteilung wird trotzdem wohl immer so sein, dass an der Öffnung, wo man hinein föhnt, heißer ist. Ob dieser Beutel jetzt wirklich so viel anders ist als irgendein anderes Material? (Und es sieht auch so aus als ob der Schuh da nicht mit Kufe rein geht.) Aber welche isolierenden Materialien habe ich denn so da?

Hmm… eine Daunenjacke! Tja… also das musste ich dann einfach probieren 😉 Also habe ich die Jacke dann schön um den Schuh gewickelt, ihn 10 min lang geföhnt, und siehe da, es fühlte sich super an! Das feste Schnüren war auch gar nicht schwer, denn der Schuh wird wirklich sehr viel weicher… Ich habe das ja noch nie selbst gemacht, daher wusste ich gar nicht, wie deutlich man das merkt beim Schnüren und wie sich das anfühlt!



Aber das Gefühl am Fuß war definitiv genauso wie im Laden. Den Schuh habe ich dann 20 min am Fuß gelassen. Danach fühlt er sich auch steif und kühler an. Alles in allem würde ich sagen, das hat super funktioniert! Jetzt kann ich endlich wieder schmerzfrei fahren und hab mir den Gang zum Laden gespart.
Ich empfehle übrigens, das nacheinander zu machen, damit nicht ein Schuh kälter ist als der andere beim Anpassen.

Zusammenfassung:
Schilittschuhe backen ohne Ofen
- Schnürsenkel gut lockern
- Schuh gleichmäßig in Daunenjacke einpacken
- Mit einem Föhn 10 min in den Schuh föhnen
- dabei ggf. etwas Abstand halten vom Schuh, damit der Föhn nicht überhitzt
- Schuh anziehen (Feinstrümpfe!)
- sehr fest binden
- 10-20 min warten, bis der Schuh kalt und wieder steif ist
Video mit mehr Tipps
Ich hab das Ganze auch gefilmt, hier könnt ihr nach-schauen wie ich es genau gemacht habe!


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